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Dirigentenwechsel

TaktstockNach den anstehenden Sinfoniekonzerten im November wird uns Frédéric Tschumi leider verlassen. Er möchte sein Dirigat bei uns auf eigenen Wunsch beenden und sich einen neuen Wirkungskreis suchen. Wir alle bedauern das sehr, aber wir haben auch Verständnis für seine Entscheidung.

Seit Herbst 2008 ist Frédéric Tschumi Dirigent unseres Orchesters. Wir haben mit ihm in diesen vier Jahren zwölf Konzerte einstudiert und äußerst erfolgreiche Konzertreisen in die Türkei, in die Normandie und nach Rügen unternommen.

Mit seiner fachlichen Kompetenz, seinem Humor und seiner lockeren Art hat er uns alle begeistert und insbesondere jüngere Spieler dazu gebracht, bei uns mitzuspielen. Das Niveau des Orchesters hat sich unter seiner Leitung ganz erheblich gesteigert. Wir verdanken ihm sehr viel und lassen ihn nur ungern gehen.

Wir wünschen ihm alles Gute für die Zukunft und weiterhin viel Erfolg auf seinem Lebensweg.

Ab der nächsten Saison wird unser neuer Dirigent Helmuth Reichel Silva die musikalische Leitung unseres Orchesters übernehmen. Wir freuen uns schon jetzt auf eine gute und fruchtbare Zusammenarbeit.

Marion Moll
1. Vorstand

Erfolgreiches Konzert in Putbus

Flyer Putbus-Festspiele 2012

Vom 17. bis 20. Mai 2012 reiste das Orchester nach Rügen und trat am 19. Mai 2012 um 20:00 Uhr im Rahmen der Festspiele Putbus im historischen Theater auf. Für uns durchaus etwas Besonderes, zusammen mit der Philharmonie Neubrandenburg und dem Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt/Oder in einem Flyer und auf Plakaten genannt zu werden. Da wir das einzige "Nicht-Profi-Orchester" waren, welches im Rahmen der Festspiele Putbus auftrat, war schon für eine gewisse Aufregung und Spannung unsererseits gesorgt. 

Daher waren auch alle hochkonzentriert und motiviert. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. 2 Zugaben und ein lang anhaltender, kräftiger Applaus waren der Dank des Publikums. Ein für uns alle unvergessliches Konzert.

Video-Links:

Ausschnitt Johannes Brahms, Ungarischer Tanz Nr. 3

Ausschnitt Zugabe von Israel Vazquez, Spanische Romanze

Konzertkritik vom 18. Mai 2012

hemmingen aktuell 180512 wesner kl

Musikalische Europa-Reise in sinfonischer Klangpracht

Strohgäu-Sinfonieorchester gab zum Muttertag farbenreiches Konzert. Auf eine musikalische Reise quer durch Europa nahm das Strohgäu-Sinfonieorchester Schwieberdingen die zahlreichen Besucher des Konzerts in der Hemminger Gemeindehalle am Sonntagnachmittag mit.

Auch in diesem Jahr musizierte das Orchester unter der Leitung von Frédéric Tschumi am Muttertag auf Einladung der Gemeindeverwaltung Hemmingen. Als Solist wirkte der aus Mexiko stammende, in Stuttgart lebende Gitarrist Israel Vazquez mit.

Tänzerisch beschwingt begann die Europa-Rundreise nach Noten mit drei Ungarischen Tänzen von Johannes Brahms. Temperamentvoll führte das Strohgäu-Sinfonieorchester den Tanz Nummer eins aus. Den dritten Tanz aus einem 21 Ungarische Tänze umfassenden Zyklus, der zwischen 1858 und 1869 nach Liedmotiven aus dem Puszta-Land entstand, gestalteten die Musikerinnen und Musiker anfangs sanft und geradezu gemächlich, um aber im Mittelteil mit sprühendem Temperament darzubieten und genau so vital im Ausdruck und im Tempo erklang auch der fünfte Tanz.

Fortgesetzt wurde das Programm mit einem Sprung über die Pyrenäen nach Spanien. Das sehr populäre "Concierto de Aranjuez" für Gitarre und Orchester von Joaquín Rodrigo Vidre aus dem Jahr 1939 erlebte mit dem vom ersten Takt mit seiner Virtuosität beeindruckenden Gitarrenkünstler Israel Vazquez eine überaus feinstimmige Aufführung, in der das spanische Klangkolorit farbenreich hervortrat. Sowohl in der Orchesterbegleitung als auch und vor allem in der nuancenreichen Interpretation des umfangreichen Soloparts durch Israel Vazquez, den dieser mit Sensibilität, aber auch mit von Energie durchdrungener Gestaltungskraft ausführte, war dies unüberhörbar. Besonders der zweite Satz der Komposition, dessen Melodie auch mit versonnenen Texten unterlegt als Chanson einen hohen Bekanntheitsgrad erreichte, erklang träumerisch und voller Wehmut.

Hier wie auch in den übrigen bei den Sätzen der Komposition erwies sich das Zusammenspiel zwischen Solist und dem in hell leuchtender Klangfülle begleitenden Orchester, insbesondere bei den präzisen Einsätzen der nur kurz aufflackernden Motive der Holzbläser, als ein facettenreicher Dialog. Für den freudigen Applaus bedankte sich der Solist noch mit einer melodiösen Zugabe. Die Provence war das nächste Ziel der Musikreise des Strohgäu-Sinfonieorchesters unter der temperamentvollen Leitung von Frédéric Tschumi. Von Georges Bizet stand die " L'Arlesienne-Suite" Nummer eins auf dem Programm. Machtvoll erklang die im strikten Marsch-Rhythmus gespielte Ouvertüre, die im lebhaften Kontrast zum nachfolgenden zweiteiligen Menuett-Satz stand, den das Orchester schwärmerisch einleitete, dann aber im Ausdruck zu großer sinfonischer Pracht steigerte.

Überaus zart und weltentrückt dargeboten wurde der sehnsuchtsvoll melodische dritte Satz zu einem tief berührenden Hörerlebnis. Im Schlusssatz ließ Frédéric Tschumi einmal mehr der mitreißenden Musizierfreude des Orchesters beinahe uneingeschränkten freien Lauf, so dass sich ein rauschhaftes Finale entwickeln konnte.

Nach Finnland gelangte das Strohgäu- Sinfonieorchester mit der opulenten Aufführung der Komposition "Finlandia" von Jean Sibelius. Dieses im Jahr 1899 entstandene Werk drückt die Freiheitsliebe des von russischer Herrschaft damals unterdrückten finnischen Volkes aus. In der expressiv und emotional gestalteten Aufführung durch das StrohgäuSinfonieorchester, in der insbesondere die Bläser mit großer Klangpracht glänzen konnten, kam diese Empfindung höchst beeindruckend zum Ausdruck.

Erst nach zwei Zugaben mit Werken des englischen Komponisten Edvard Elgar, dem berühmten Marsch "Pomp and Circumstances" und dem elegischen Satz "Nimrod", entließen die begeisterten Konzerbesueher die Musikerinnen und Musiker vom Podium.

Rudolf Wesner

Hemmingen Aktuell, Konzertkritik vom 18. Mai 2012