Konzertkritik LKZ vom 20.5.14

Konzertkritik LKZ vom 20. Mai 2014Die Festhalle wird zum Opernhaus

Strohgäu-Sinfonieorchester gibt ein abwechslungsreiches Frühjahrskonzert - und begeistert damit sein Publikum

Italienische Liebesgeschichten, mitreißende Arien und klangvolle Ouvertüren präsentierte am Sonntagabend das Strohgäu-Sinfonieorchester unter der Leitung von Helmuth Reichet Silva.

Ein opulentes Opernhaus im Stile Bayreuths oder der Wiener Staatsoper gibt es in Schwieberdingen zwar nicht, dennoch war es nicht schwer, sich vom Sinfonieorchester und den Gesangssolisten mitreißen zu lassen und in die wunderbare Welt pompöser Opernmusik einzutauchen.

Das erste Frühjahrskonzert der Sinfoniker stand ganz im Zeichen der großen Opern. Ouvertüren, Arien und Duette großer Meister präsentierte das Orchester mit Konzertmeislerin Angelika WoJlasch unter der Leitung des engagierten Dirigenten Helmuth Reichel Silva. Etwa 40 Frauen und Männer aller Altersstufen traten mit ihren Streich- und Blasinstrumenten auf. Auch Schlagzeug (Benjamin Volz) und sogar eine Harfe (Luiza Mattoso) waren dabei. Vom ersten Stück an überzeugte das Ensemble durch höchste Professionalität.

Der Abend begann mit der Ouvertüre der Oper "Lodoiska" von dem italienischen Komponisten Luigi Cherubini (1760 bis 1842). In dem prächtigen, glanzvollen Stück wechselten sich zarte, romantische Töne mit lyrischen Melodien und dramatische Passagen ab. "Lodoiska" gehört zum Genre der heroischen Oper und wird auch Rettungsoper genannt.

Von Mozart erklangen aus der Oper "Idomeneo" "Re di Creta" sowie aus der bekannteren "Cosi fan tutte" jeweils eine Arie. Hierzu trat die junge französische Sopranistin Marie-Pierre Roy auf die Bühne. Die Sängerin hat nach ihrer Ausbildung am Dijoner Konservatorium auch an der Stuttgarter Musikhochschule studiert und brillierte mit ihrer weichen Stimme, die mühelos Arien in sehr hohen Tönen singen konnte.

Natürlich durfte beim Opernabend "Romeo et Juliette" nicht fehlen, komponiert vom französischen Komponisten Charles Gounod (1818 bis 1893). Geschrieben hat er die fünfaktige Oper im Jahr 1876 und dargeboten wurden daraus die beiden Arien "L'amour! L'amour! Ah, lève-toi, soleil" und "Je veux vivre". Tenor Guillermo Valdés aus Chile, der zu den vielversprechendsten Sänger seiner Generation zählt und viele Preise gewonnen hat, beeindruckte durch seine klare, intensive und emotionale Stimme. Besonders sein feines Gespür für Nuancen und seine Authentizität rundeten das großartige Konzerterlebnis ab.

Das Orchester spielte noch weitere Stücke aus beliebten Opern, darunter aus Giuseppe Verdis "La Traviata" und "Rigoletto", aus Giacomo Puccinis "La Bohème" und aus Pietro Mascagnis "Cavalleria Rusticana". Unter der großartigen Leitung von Helmuth Reichel Silva erlebte das Publikum ein anspruchsvolles und kurzweiliges Konzert, für das mit viel Beifall gedankt wurde.

Angelika Tiefenbacher, Ludwigsburger Kreiszeitung, Artikel vom 20. Mai 2014