Konzertkritik LKZ vom 27.11.2013

Konzertkritik Artikel der LKZ vom 27. November 2013Der Dirigent liebt opulenten und vitalen Klang.

Strohgäu-Sinfonieorchester begeistert bei drei Aufführungen die Zuhörer mit Werken von Schubert, Tschaikowsky und Haydn

Hemmingen. Die Reihe seiner Herbstkonzerte beendete das Strohgäu-Sinfonieorchester in der Gemeinschaftshalle in Hemmingen. Vorausgegangen waren Aufführungen der Werke von Franz Schubert, Peter Iljitsch Tschaikowsky und Joseph Haydn in Schwieberdingen und Möglingen.

Mit der Ouvertüre "Die Zauberharfe" von Franz Schubert eröffnete das in allen Registern gut besetzte Strohgäu-Sinfonieorchester unter der Leitung von Helmuth Reichel Silva das Programm. Das Orchester musizierte diese beliebte Komposition auf beschwingte Weise in bewegtem Tempo. Dabei zeigte sich bereits hier, wie erst recht bei der Aufführung der Haydn-Sinfonie Nummer 86, dass Helmuth Reichel Silva den opulenten, vitalen Klang liebt.

Wie gewohnt trat auch in dieser Konzertfolge eine junge, talentierte Musikerin als Solistin auf. Auf dem Violoncello interpretierte Verena Laxgang kunstvoll und virtuos die Rokoko-Variationen, Opus 33, von Peter Iljitsch Tschaikowsky. Das 1876 und 1877 entstandene Werk wirkte leicht, elegant und verspielt, verlangte jedoch von der Solistin perfekte Technik ab. Verena Laxgang bestach vom ersten Takt an mit souveränem, häufig resolut geführtem Bogenstrich und vermochte auf diese Weise ihr Violoncello mal tief wie einen Kontrabass brummen, doch genau so wie eine Violine in hellsten Tönen singen zu lassen. Die Raffinessen und Stimmungen der Tschaikowsky-Komposition meisterte die junge Solistin mit Bravour.

Im Jahr 1786 hielt sich Joseph Haydn in Frankreich auf und komponierte dort die "Pariser Sinfonien". Die 86. von insgesamt 104 Kompositionen dieser Art aus der Feder Haydns führte das Strohgäu-Sinfonieorchester in überwiegend forschen Tempi auf. Voller Esprit gestaltete das Orchester den mit einigen kompositorischen Überraschungen ausgestatteten ersten Satz. In sanft schreitendem Tempo erklang das meditativ wirkende Largo im zweiten Satz, während das anschließende Menuett mit einem gemütlich wirkenqen Ländlerthema deutlich vom Rhythmus des Dreiviertel-Taktes geprägt war. Bei drängendem Tempo verdichte das Orchester im Finalsatz die sinfonische Fülle seiner Interpretation der Haydn-Komposition.

Schwelgerisch und beschwingt beschloss wurde das Prograinm zunächst mit dem "Blumenwalzer" sowie dem "Tanz der Rohrflöten" aus dem Ballett "Der Nussknacker" von Tschaikowsky beschlossen. Die wunderbare Gelöstheit des Musizierens steigerten die Orchestermitglieder noch erheblich, als sie den melodiösen Walzer aus dem Ballet "Dornröschen" zu Gehör brachten.

Danach brach lauter, von Bravo-Rufen durchzogener Applaus aus, für den sich Helmuth Reichel Silva und das Strohgäu-Sinfonieorchester noch mit zwei Zugaben bedankten.

Rudolf Wesner, Quelle: Artikel LKZ vom 27. November 2013