Pressebericht LKZ vom 23.4.13

Pressebericht LKZ vom 24. April 2013

Nachfolgend der Pressebericht der Ludwigsburger Kreiszeitung über unser Orchester anlässlich der Generalprobe im Bürgerhaus am 23.4.2013

 

Ein Dirigent will an die Grenzen

Mit Helmuth Reichel Silva hat das Strohgäu Sinfonieorchester einen ambitionierten Dirigenten gefunden. Nun fiebert das Ensemble der Premiere unter neuer Leitung entgegen: Am morgigen Sonntag findet in der Schwieberdinger Festhalle der Auftakt zu den Frühjahrskonzerten statt.

Kurz vor Beginn der Generalprobe wird im Bürgersaal emsig geschafft. Notenblätter rascheln, Geigen werden justiert, Paukenschläge dringen aus der hinteren Ecke des Raums. Dazwischen schleppt ein junger Mann mit schwarzen Locken ein Holzpodest in den Saal: Helmuth Reichel Silva, geboren 1983 in Santiago de Chile, übernahm im November die Leitung des Liebhaberorchesters. Es klappt zwar noch nicht alies perfekt, doch Reichel Silva zeigt sich gelassen: "Wir sind zuversichtlich."

Als alle so weit sind, stimmt Konzertmeisterin Irina Paleeva die einzelnen Musikergruppen ein. Plötzlich ist es still im Saal, alle Blicke konzentrieren sich auf den Dirigenten. "Guten Abend. Wir fangen bitte mit Mozart an", sagt Reichel Silva. Seine Stimme ist leise und sanft, seine Ausstrahlung freundlich. Dass die Wahl aus etwa 25 Bewerbern auf ihn fiel, freut ihn sehr: "lch habe mich gleich von der ersten Probe an sehr wohl gefühlt. Im Orchester ist eine gute Stimmung", sagt Reichel Silva im Gespräch mit unserer Zeitung.

Trotz seines jungen Alters hat er bereits wertvolle Erfahrungen sammeln können: Nach seiner Ausbildung in Chile dirigierte er unter anderem in Rumänien die Oltena Filarmonie Kraiova sowie die Stuttgarter Philharmoniker, das Württembergische Philharmonieorchester Reutlingen und das Stuttgarter Kammerorchester. Er studierte Violine bei Professor Herwig Zack in Würzburg und schloss 2010 ein Dirigierstudium bei Professor Per Borin in Stuttgart an. Zudem ist Reichel Silva in Bamberg, wo er zurzeit wohnt, als Dozent an der Universität tätig.

"Wir sind überrascht, wie ruhig er ist, so kurz vor den Konzerten", sagt die Vorsitzende Marion Moll. Besonders gefalle den Mitgliedern, dass Reichel Silva den Anspruch habe, wirklich jedem gerecht zu werden. "Wir hoffen, dass er auch beim Publikum gut ankommt", fügt Moll an. Helmuth Reichel Silva hat genaue Vorstellungen, wohin die Reise gehen soll. "Ich lege viel Wert darauf, dass der Klang des Orchesters gut ausbalanciert ist, dass die Musiker einander hören." In dem Strohgäu Sinfonieorchester sehe er "viel Potenzial bei den Musikern".

Das Programm hat es in sich
Das müssen die 50 Frauen und Männer auch aus sich herauskitzeln, denn "ich glaube, das Programm ist sehr anspruchsvoll - und das finde ich gut so. Man muss auch an die Grenzen gehen", sagt Reichel Silva. Technisch betrachtet fordern etwa die Ungarischen Bauernlieder von Bartok ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und die Fähigkeit, aufeinander zu hören. Die melodische Musik von Mahler ("Blumine", Symphonischer Satz aus der Sinfonie Nr. 1, D-Dur) oder auch Fauré ("Pelieas et Melsande", Suite für Orchester) haben viel damit zu tun, Stimmungen darzustellen.

Auch Maria Swacek, mit 83 Jahren die älteste Musikerin im Ensemble und sogar Orchestergründungsmitglied, wirkt zuversichtlich, dass beim Schwieberdinger Konzert am Sonntag der richtige Ton getroffen wird. Und den Neuen kann sie nur loben: "Wir freuen uns, dass wir so einen tüchtigen Dirigenten haben."

Text: Silvia Haiduk, Foto: Karin Rebstock, Quelle: Ludwigsburger Kreiszeitung, Ausgabe vom 23. April 2013