2012

Bei unseren Frühjahrskonzerten 2012 standen auf dem Programm: Johannes Brahms, Ungarische Tänze Nr. 1, 3 und 5. Georges Bizet, Arlésienne-Suite Nr. 1 Jean Sibelius, Finlandia und das Konzert für Gitarre und Orchester „Concierto de Aranjuez“ von Joaquin Rodrigo.

Israel Vazquez 2012 in Putbus

Unser Gitarren-Solist war der junge Mexikaner Israel Vazquez. Er studierte in London und Stuttgart und schreibt zurzeit in Koblenz seine Doktorarbeit über die Barock-Musik in Mexiko. Er hat schon viele Preise und Auszeichnungen erhalten. Für seine Interpretation von „Aranjuez“ erhielt er bei unseren Konzerten tosenden Beifall. Mit seiner Zugabe traf er den Geschmack des Publikums: die „Spanische Romanze“  ein gefühlvolles Stück für Solo-Gitarre, das im Lauf der Jahre zu einem echten „Ohrwurm“ avancierte.

Nach den drei Konzerten des Strohgäu-Sinfonieorchesters, am 5. Mai 2012 in der Gemeindehalle in Hochdorf, am 6. Mai Schwieberdingen und eine Woche später, am 13. Mai in Hemmingen, waren wir Spieler hoch motiviert, noch ein viertes Mal zu spielen, denn jetzt konnten wir alles aus dem ff! Wir folgten einer Einladung zu den Putbuser Festspielen auf Rügen und spielten das gleiche Programm


2012 Villa Christina in BinzDiese Einladung hatten wir unserer Klarinettistin Antje Schimanski zu verdanken, einer waschechten Rüganerin, die noch viele „musikalische“ Verbindungen zu ihrem früheren Orchester auf Rügen hat.  

Wir fuhren am 17. Mai mit dem Bus von Schwieberdingen nach Binz. Es war eine lange Fahrt, das Wetter war schön und es war wenig Verkehr. Wir waren sehr gut und gastfreundlich in der von Antjes Eltern geführten Pension „Christina“ untergebracht.

Probe in einer Turnhalle in SassnitzAm nächsten Morgen fanden wir uns nach einem ausgiebigen Frühstück am Bus ein, jeder mit seinem Instrument, da für den späten Nachmittag  noch eine Orchesterprobe in Sassnitz vorgesehen war. Zunächst fuhren wir nach Prora, der gewaltigen Ruine des KdF-Seebades aus dem Dritten Reich. Anschließend folgte eine Fahrt mit einem Ausflugsschiff, das uns an den berühmten Kreidefelsen entlang führte. Und dann stand uns noch genügend Zeit zur Verfügung, um uns in Sassnitz umzusehen. 

Nach einer intensiven Probe in einer Sporthalle in Sassnitz fuhren wir ins Hotel zurück. Der Abend (für einige jüngere Spieler auch die Nacht) stand dann zur freien Verfügung.

2012 Konzert in PutbusAm nächsten Morgen fühlten wir uns wie im Urlaub: bis in den späten Nachmittag konnte jeder die Zeit nach seinem Geschmack und Interesse verbringen. Das Wetter war herrlich: blauer Himmel, gute Fernsicht und angenehm warm. Um 17:00 Uhr aber war der Ferientag zu Ende: wir fuhren nach Putbus, einem kleinen Residenzstädtchen, wo unser Konzert stattfinden sollte. Das historische Theater in Putbus mit der hervorragenden Akustik ist überwältigend schön. Es ist im klassizistischen Stil gebaut, relativ klein, mit zwei Rängen und einer Fürstenloge. 

Nach dem sehr erfolgreich verlaufenen Konzert ließen wir den Abend noch gemütlich zusammen ausklingen, und am nächsten Morgen starteten wir – sehr müde, aber auch sehr glücklich über dieses Wochenende – zur Heimfahrt.  

Es war eine wunderschöne Reise – sie hat gezeigt, dass Musizieren in Verbindung mit einer Konzertreise die Gemeinschaft der Spieler noch mehr stärkt. Alle Beteiligten sind mit unvergesslichen Eindrücken heimgekehrt.  

Unser herzlicher Dank gilt allen, die sich an der Organisation beteiligt haben und die Durchführung einer solchen Reise ermöglicht haben. >> weitere Impressionen/Bildgalerien

Der 26. Juni 2012 war ein einschneidendes Datum für das Orchester. Da Frédéric unser Orchester nach den Herbstkonzerten  zu unserem größten Bedauern aufgeben wird, um sich beruflich neu zu orientieren, mussten wir uns nach einem neuen Dirigenten umsehen. Wir erhielten viele Bewerbungen, aber schließlich hatten sich drei Dirigenten herauskristallisiert. Alle drei wurden zum gleichen Probenabend eingeladen und probten nacheinander die genau gleichen Passagen, so dass die Spieler sie gut miteinander vergleichen konnten. Obwohl alle drei versiert waren und beim Orchester sehr gut ankamen, fiel die Wahl fast einstimmig auf den Chilenen Helmuth Reichel Silva

Wir träumten noch von unserer schönen Rügenreise, da hieß es schon wieder: auf zu den nächsten Proben! Denn nun standen die Herbstkonzerte an.

Auf dem Programm wieder sehr interessante Stücke, ausgesucht von Frédéric: Dmitri Schostakowitsch, Marsch Nr. 1 aus der 2. Suite für Jazz-Orchester, Cécile Chaminade, Concertino für Flöte und Orchester, Francois Borne, „Fantaisie brillante“ für Flöte und Orchester, nach Motiven aus „Carmen“ von Bizet, Antonin Dvorak, Sinfonie Nr. 9, „Aus der Neuen Welt“.

Probenarbeit mit unserer Solistin Dora Varga in Bad WimpfenEine schöne Bereicherung unserer Probenarbeit war wieder das Wochenende in Bad Wimpfen. Wir waren nun schon zum vierten mal im Hotel „Im Rosengarten“ untergebracht. Allerdings war das Wetter diesmal nicht so schön wie in den Jahren zuvor; es war kühl, trüb und neblig – kurz, es war ein Wetter, das uns nicht ins Freie lockte und so zu unserer intensiven Probenarbeit teil trug. Die Programmstücke waren relativ schwer und eigentlich keine Werke für ein Laienorchester … “Eigentlich“ – denn dank der hervorragenden Arbeit mit Frédéric schafften wir auch diese Repertoire mit Bravour!

Die Flötensolistin war die junge Ungarin Dora Varga. Sie studierte in Budapest und Stuttgart, erhielt zahlreiche erste und zweite Preise und ist Mitglied beim JSB Ensemble (Bachakademie) und bei der Jungen Deutschen Philharmonie. Außerdem ist sie zurzeit Akademistin bei der Staatskapelle Dresden. Ihr hervorragendes, meisterhaftes Spiel begeisterte Publikum und Presse

2012 Frédéric TschumiDiese Herbstkonzerte – 17. November in Möglingen, 18. November in Schwieberdingen, 25. November in Hemmingen – waren außergewöhnlich gut besucht. Es waren die Abschiedskonzerte von unserem Dirigenten Frédéric Tschumi. Er wird uns leider nach diesen Konzerten verlassen. Im Programmheft steht dieses Abschieds-Grußwort:

Liebe Konzertbesucher,

nach diesen Konzerten wird uns Frédéric Tschumi leider verlassen. Er möchte sein Dirigat bei uns auf eigenen Wunsch beenden und sich einen neuen Wirkungskreis suchen. Wir alle bedauern das sehr, aber wir haben auch Verständnis für seine Entscheidung.

Seit Herbst 2008 ist Frédéric Tschumi Dirigent unseres Orchesters. Wir haben mit ihm in diesen vier Jahren zwölf Konzerte einstudiert und äußerst erfolgreiche Konzertreisen in die Türkei, in die Normandie und nach Rügen unternommen. Mit seiner fachlichen Kompetenz, seinem Humor und seiner lockeren Art hat er uns alle begeistert und insbesondere jüngere Spieler dazu gebracht, bei uns mitzuspielen.

Das Niveau des Orchesters hat sich unter seiner Leitung ganz erheblich gesteigert. Wir verdanken ihm sehr viel und lassen ihn nur ungern gehen. Wir wünschen ihm alles Gute für die Zukunft und weiterhin viel Erfolg auf seinem Lebensweg.

Ab der nächsten Saison wird unser neuer Dirigent Helmuth Reichel Silva die musikalische Leitung unseres Orchesters übernehmen.

Wir freuen uns schon jetzt auf eine gute und fruchtbare Zusammenarbeit.

Das Publikum dankte Frédéric mit nicht enden wollendem Applaus und Standing Ovations. Schließlich spielten wir noch zwei Zugaben (den zum  „Ohrwurm“ avancierten Walzer von Schostakowitsch und noch mal den Marsch Nr. 1 von Dvorak).

2012 letztes konzert hemmingenAls besonderen Gag für Frédéric, aber auch für das amüsierte Publikum, hatte Rolf Roßberg einen kurzen Film von der Türkei-Reise vorbereitet.

In dem Hotel, in dem unser Orchester untergebracht war, stand Frédéric bis zur Brust im Swimming-Pool und dirigierte die Spieler, die sich auf den Balkonen des Hotels rundum aufgestellt hatten. Sie spielten „Les Toréadors“ aus „Carmen“.

Mit diesem Kurzfilm endeten endgültig die vier Jahre mit Frédéric.