2007

Serenadenkonzert vor der Kulisse des Hemminger Schlosses und der Laurentiuskirche Abendstimmung im Hemminger Schlosspark Probenseminar in Altensteig Titelseite Hemminger Amtsblatt vom 30. November 2007 Nach 141 Konzerten der letzte Auftritt des Dirigenten Nonnenmann Der Orchestervorstand bis 2007 (v.l.n.r.): Rolf Roßberg, Manfred Nonnenmann, Uschi Roßberg, Georg Henke und Marion Moll Der Orchestervorstand ab 2008 (v.l.n.r.): Georg Henke, Antje Schimanski, Claudius Burg, Marion Moll, Roland Keller, Christine Furtwängler-Aufrecht (Kassenprüferin)

Alle drei an der Übernahme des Orchesters interessierte Dirigenten legten ein gutes Probedirigat ab. Die Entscheidung bei der Vereinssitzung am 25. März 2007 fiel nicht leicht. Dennoch wurde fast einstimmig Herr Eckhard Wagner aus Pforzheim gewählt, der eine profunde musikalische Ausbildung vorweisen kann und viel Erfahrung im Dirigieren mitbringt. Herr Wagner wird ab Januar 2008 die musikalische Leitung des Orchesters übernehmen.

Zunächst aber feierte Manfred Nonnenmann mit dem Serenadenkonzert am 19. Mai in Schwieberdingen seinen 70sten Geburtstag mit vielen geladenen Gästen aus Nah und Fern. Diese hatte er um eine finanzielle Spende gebeten, die er zu gleichen Teilen dem Orchester und für die weitere künstlerische Ausbildung der begabten Geigerin Veronika Paleeva spendete. Das Konzert wurde gekrönt mit einer Uraufführung, der „Valse amoureuse“ unseres Kontrabassisten Klaus Schuler, und mit den solistischen Auftritten der jungen Geigerinnen Yasemin Benli, die seit vielen Jahren im Orchester mitspielt und die mit der „Scène de ballet“ von Charles de Bériot brillierte, und der erst elfjährigen Veronika Paleeva mit der „Polonaise de concert“ von Henri Wieniawski. Bürgermeister Gerd Spiegel (Schwieberdingen) gratulierte dem Jubilar mit Worten und guten Weinen. Anschließend lud Dr. Nonnenmann das Orchester und alle geladenen Gäste zu einem gut bestückten Buffet ein. Einige Orchestergruppen verschönten den Abend mit musikalischen Beiträgen.

Das Parallelkonzert in Hemmingen am darauf folgenden Sonntag stand unter einem besonders guten Stern. Es herrschte herrliches Wetter, und das Konzert konnte nach vielen Schlechtwetterjahren wieder einmal im Schlosspark stattfinden. Bürgermeister Werner Nafz hielt eine nette Glückwunschrede. Zum Abschluss des sommerlichen Konzertes gab es ein prächtiges Feuerwerk zu den Klängen von Händels Feuerwerksmusik.

Und schon liefen die Vorbereitungen für die letzten Konzerte unter der Leitung von Manfred Nonnenmann an. Diese sollten natürlich besonders qualitätsvoll sein, und so zog sich das Orchester ein Wochenende lang ins Trainingslager in die Musikakademie nach Altensteig zurück. Es wurde intensiv gearbeitet, aber auch die Geselligkeit kam nicht zu kurz.

Im November absolvierte Manfred Nonnenmann seine definitiv letzten Konzerte. Sie standen unter einem besonders glücklichen Stern, kamen doch vier Orchestermitglieder rund um die Konzerttermine nieder. Und wenn die Kleinen die Instrumente ihrer Eltern erlernen, haben wir in etwa in fünfzehn Jahren zwei Klarinetten, eine Flöte und eine Bratsche mehr.

Es wurden drei fulminante Abende vor ausverkauften Häusern am 18. November in Möglingen, am 24. in Schwieberdingen und am 25. in Hemmingen.

Der zweite Orchestervorstand Georg Henke hielt eine Laudatio und übergab das Abschiedsgeschenk des Orchesters, ein Wochenende mit Operettenbesuch in München. Die Bürgermeister Eberhard Weigele (Möglingen) und Werner Nafz (Hemmingen) hielten wohlgesetzte Reden und bedankten sich im Namen ihrer Gemeinden beim Dirigenten für die vielen Konzerte. Nonnenmann nutzte das Konzert seinen Nachfolger im Dirigat dem Publikum vorzustellen und ließ Eckard Wagner die Ouvertüre ‚Leichte Cavallerie‘ dirigieren. Das Orchester lief zur Höchstform auf. In bewegenden Worten bedankte sich der scheidende Dirigent schließlich beim Publikum und bei den Gemeinden für die jahrzehntelange Unterstützung, bei seinen treuen Vorstandskollegen, den Herren Georg Henke und Rolf Roßberg und Frau Uschi Roßberg, und mit besonders herzlichen Worten bei seinem Orchester und seiner Ehegattin Ingrid.

Als Nonnenmann zum Abschluss das Erzgebirger Lied ‚S’ist Feierobend‘ von Anton Günther anstimmte, musste sich mancher eine Träne aus den Augen wischen. Dieses Lied war vom scheidenden Dirigenten mit Bedacht gewählt worden. Denn es ist ein Abschiedslied und zudem verbindet es in symbolträchtiger Weise die Vergangenheit mit der Zukunft des Orchesters. War es doch das Lieblingslied des Orchestergründers Erich Berendt, und den jetzt gespielten Tonsatz hatte Nonnenmanns Nachfolger Eckhard Wagner für das Orchester bearbeitet.

Das Publikum bedankte sich mit viel Beifall für 26 Jahre und 141 Konzerte und verabschiedete Dr. Manfred Nonnenmann mit stehenden Ovationen.

Im Laufe des Jahres 2007 hat sich eine neue junge aktive Mannschaft gebildet, die das Orchester weiter führen wird. Denn die langjährigen Vorstandsmitglieder Frau Uschi Roßberg (Notenwart) und Herr Rolf Roßberg (Kassenwart) wollen ihre Ämter mit Ablauf des Geschäftsjahres 2007 niederlegen, und auch Manfred Nonnenmann wird als 1. Vorsitzender nicht mehr kandidieren. So war es dringend nötig, potentielle Nachfolger in ihre Aufgaben einzuarbeiten, um einen reibungslosen Ämterwechsel zu erreichen.

Somit stand die Hauptversammlung am 19. Februar 2008 im Zeichen des Endes einer Epoche und eines Generationenwechsels.

Die Wahlen ergaben:

  • 1. Vorsitzende: Marion Moll
  • 2. Vorsitzender: Georg Henke
  • Kassenwart: Roland Keller
  • Notenwart: Antje Schimanski
  • Schriftführer: Claudius Burg

In nunmehr 57 Jahren hat das Orchester nur zwei Dirigenten gehabt und mehr als 20 Jahre dieselbe Vorstandsschaft. Darin spiegeln sich Eintracht und ein gutes Vereinsklima wieder. Kontinuität, Traditionsbewußtsein und ein auf die vorwiegend ländliche Zuhörerschaft Rücksicht nehmende Programmgestaltung waren das Erfolgsrezept der vergangenen Jahre.

Die neue Vorstandsmannschaft wird neue Ideen, neue Konzepte und neue Organisationsformen entwickeln. Das abtretende Team wünscht ihr dabei eine glückliche Hand und viel Erfolg, damit das Strohgäu-Sinfonieorchester einer guten Zukunft und einem langen Fortbestand entgegen sehen möge.

Ingrid Nonnenmann