2006

Die Gewinner des 16. Musikwettbewerb des Strohgäu-Sinfonieorchesters (v.l.n.r.): Dr. Manfred Nonnenmann, Nadia El Mecharrafi (Violine), Theresa Huss (Viola) und Claudia Döffinger (Klavier). Orchestergrillen Orchestergrillen Bürgermeister Gerd Spiegel gratuliert Dr. Manfred Nonnenmann zum 25-jährigen Dirigat. Georg Henke gratuliert der Solistin Mariana Kryshanivska Presserezension der LKZ, Artikel vom 23. November 2006

Das Jahr 2006 begann mit einem kammermusikalischen Sonderkonzert am 5. März in der Gemeinschaftshalle Hemmingen. Das Orchester betätigte sich als Ausrichter, während die Musikerfamilie Paleev den musikalischen Part mit Klavier, 2 Violinen und Cello verrichtete und Manfred Nonnenmann heiter und besinnlich durchs Programm führte. Diese beschwingte Musik fand große Resonanz in der vollbesetzten Halle.

Zum 14. Mal wurde am 6. April der Musikwettbewerb des Strohgäu-Sinfonieorchesters ausgetragen. Sechs junge Musiker der Musikschule zeigten den Mut, sich einer kritischen Jury zu stellen. Diese hatte wegen der guten Leistungen der Spieler ihre liebe Not einen Sieger zu ermitteln, und so gab es dieses Mal einen geteilten ersten Preis für Nadia El Mecharrafi, Violine, und Theresa Huss, Viola. Den 3. Preis errang Claudia Döffinger, Klavier.

Die Serenadenkonzerte am 13. und 14. Mai in Schwieberdingen und Hemmingen fanden ebenfalls in beiden Gemeinden großen Zuspruch, der sicher auch den Musiktiteln zuzuschreiben war: eine Abfolge bekannter Musical- und Filmmusiken von Leharschen Operettenmelodien über Frederick Loewes ‚My fair Lady‘ und George Gershwin’s ‚An American in Paris‘ bis zu Andrew Loyd Webber’s ‚Evita‘, John Williams‘ ‚Jurassic Park‘ und James Horner’s ‚Titanic‘. Besonders schmissig und mit großer Klangfülle wurde Klaus Badelts Filmmusik aus ‚Pirates of the Caribbean‘ präsentiert, diese in Schwieberdingen zusammen mit dem Jugendkammerorchester der Musikschule Schwieberdingen unter der Leitung von Angelika Wollasch. Zudem wartete die 10jährige Veronika Paleeva mit einem Bravourstück für Violinvirtuosen auf, der ‚Introduction und Tarantella‘ von Pablo de Sarasate, der vor 150 Jahren im gleichen Alter am spanischen Hof vor Königin Isabella auftreten durfte.

Im Juli war nach längerer Pause wieder ein Grillfest angesagt, bei dem sich viele Orchestermitglieder zum Teil mit Kind und Kegel zum feiern und tratschen im Wald bei Heimerdingen einfanden.

Im November gab es mit den drei Konzerten in Möglingen am 19., in Schwieberdingen am 25. und in Hemmingen am 26. ein besonderes Jubiläum zu feiern: Manfred Nonnenmann leitete das Orchester 25 Jahre lang! In dieser Zeit hat er mit dem Orchester 135 Konzerte erarbeitet und die Zahl der gespielten Stücke übersteigt die 900! Sowohl die Stuttgarter als auch die Ludwigsburger Zeitung berichteten im Vorfeld darüber, und so waren sicher die an allen drei Konzerttagen vollbesetzten Säle sein größter Lohn. Die Bürgermeister der drei Gemeinden Eberhard Weigele, Gerd Spiegel und Werner Nafz fanden bei den jeweiligen Konzerten ehrende und dankende Worte.

Lobende Worte sprach auch Eckart Materna, der Präsident des Landesverbandes deutscher Liebhaberorchester Baden-Württemberg. Vom Orchester gab es ein originelles Geschenk, das über die drei Konzerttage verteilt überreicht wurde zuerst in Form eines feschen Kavalierhutes, dann eines Degens und sich zuletzt als Eintrittskarten zum Musical ‚Die drei Musketiere‘ entpuppte.

Mit dem fulminanten Klavierkonzert von Edvard Grieg gespielt von Mariana Kryshanivska erfüllte sich Manfred Nonnenmann auch selber einen lange gehegten Wunsch. Alle drei Aufführungen gelangen zur vollsten Zufriedenheit. Daneben gab es von Edvard Grieg noch seine bekanntere Peer-Gynt-Suite Nr. 1, den Satz Allegro assai aus der selten gehörten einzigen Wagner-Sinfonie, von Adrien Boieldieu die Ouvertüre zu seiner Oper ‚Jean de Paris‘ und den Walzer ‚Sirenenzauber‘ von Emil Waldteufel. Besonders berührt waren viele Zuhörer vom tiefgründigen und besinnlichen Ausklang der Konzerte: mit dem 2. Satz aus Mozarts Klavierkonzert A-Dur, KV 488 sollte im Jahr seines 250. Geburtstages auch einmal die traurige Seite von Mozarts Leben aufgezeigt werden. Mit dem Verklingen der letzten Töne ging sinnbildlich zu Mozarts tragischem Ende langsam das Licht im Saal aus, bis alles im Dunkel versank.

Im Jubiläumsjahr hat der Dirigent eine schwerwiegende und für das Orchester einschneidende Entscheidung getroffen. Er möchte den Taktstock in einem Jahr in jüngere Hände übergeben. Drei gute, fähige Dirigenten haben ihr Interesse bekundet und nun können die Mitglieder des Orchesters bei Probedirigaten und klärenden Gesprächen eine Entscheidung treffen, mit wem sie die Zukunft gestalten möchten.