2004

Historisches Gesprächskonzert am 19. und 20. Juni 2004

Intensive Probenarbeit beim Seminarwochenende vom 14. bis 16. Mai 2004 in Altensteig im Schwarzwald... ...und Jam-Session Historischer Festumzug am 18. Juli 2004 zur 700-Jahr-Feier Verabschiedung unserer langjährigen Konzertmeisterin Angelika Wollasch Begrüßung unserer neuen Konzertmeisterin Irina Paleeva Solistin Sophie Pas bei der Probenarbeit

2004 war für die Heimatgemeinde des Orchesters Schwieberdingen ein geschichtsträchtiges Jahr, denn vor 700 Jahren wurde der Ort zum ersten Mal schriftlich im sogenannten ‚Esslinger Urbar‘ erwähnt. Dieses Jubiläum sollte über das ganze Jahr verteilt gebührend gefeiert werden. Der besondere Beitrag des Orchesters war ein ‚historisches Gesprächskonzert mit Musik, Mode und Meldungen aus sieben Jahrhunderten‘ am 19. und 20. Juni. Leider konnte das Konzert wegen des schlechten Wetters nicht wie geplant auf der Burgruine Nippenburg stattfinden. Albert Polle, der im Orchester sowohl Violine als auch Viola spielt, hatte als Einleitung eine ‚Rückbesinnung‘ komponiert, die mit kurzen Musikzitaten verschiedener bedeutender Komponisten bis ins 14. Jahrhundert zurückführte. Sodann erklangen aus jedem Jahrhundert zwei Musikbeispiele und Manfred Nonnenmann ließ gleichzeitig zu seinem Dirigat die Geschichte Schwieberdingens bzw. Hemmingens und wichtige Daten aus der Weltgeschichte Revue passieren. Dazu führten Mitglieder der Venezianer Ludwigsburg e.V. und der Bosch Tanzsportgruppe Ritterrüstungen und Kostüme der jeweiligen Epochen vor. Trotz seiner Länge war das Konzert sehr kurzweilig und ausnahmsweise zwei Pausen sorgten für die leibliche Stärkung der Zuschauer.

Wegen der extrem aufwändigen Vorbereitung für dieses historische Konzert, hatte das Orchester beschlossen, nach langer Zeit einmal wieder ein Seminarwochenende auswärts abzuhalten, wozu vom 14. bis 16. Mai die Musikakademie Altensteig gewählt worden war. Es wurde aber nicht nur eifrig geübt, sondern es blieb auch noch Zeit für kleine Wanderungen und Spiele, und abends jazzte die Band.

Am 18. Juli beteiligte sich das Orchester bei strahlendem Sonnenschein am großen historischen Festumzug durch Schwieberdingen mit einer Pferdekutsche, auf dem Manfred Nonnenmann als Carl Maria von Weber, Georg Henke als Löwenwirt Hönes, Ugur Benli als dessen Sohn und Boris Pribosic und Miriam Rauschopf als Musiker eine historisch verbürgte Szene, die sich hier in Schwieberdingen ereignet hatte, nachspielten.

Weber mußte 1810 wegen dieser Bestechungsaffaire aus Stuttgart und Ludwigsburg fliehen. Einige Mitglieder des Orchesters hatten sich zudem bereit erklärt als ‚jungsteinzeitliche Gruppe‘ (kulturhistorisch verbürgt sind Artifakte der nach ihrem Fundort ‚Schwieberdinger Gruppe‘ benannten Bandkeramiker) die tête des Festzuges zu bilden und waren entsprechend eingekleidet worden und nicht wieder zu erkennen.

Kurz vor der Sommerpause am 20. Juli verkündete die Konzertmeisterin Angelika Wollasch, die dem Orchester 20 Jahre lang vorgestanden hatte, in einem Gespräch mit Manfred Nonnenmann und Georg Henke, dass sie ihr Amt aufgeben wolle. Sie wurde vielen Dankesworten verabschiedet.

Glücklicherweise erklärte sich Irina Paleeva bereit, ab sofort in die Bresche zu springen. Schon seit 10 Jahren hatte sie alle Konzerte des SSS sowohl in den 1. Violinen oder auch als Stimmführerin der 2. Geigen mitgespielt und bereits auf der Konzertreise nach Caen die Stelle der Konzertmeisterin übernommen.

Nun hatte sie ihr offizielles Debüt bei den drei Konzerten am 14., 20. und 21. November in Möglingen, Schwieberdingen und Hemmingen. Das Programm war wieder außerordentlich vielseitig mit selten gespielten Stücken von Giovanni Paisiello, Joseph Martin Kraus, Maurice Ravel und Alexander Borodin. Die erst 17jährige Sophie Pas aus Korntal brillierte mit Louis Spohrs Violinkonzert No. 8, und Klaus Schuler, seit einigen Jahren Kontrabassist des Orchesters, wartete mit einer eigenen, sehr gefälligen Komposition, einer 2-sätzigen Serenade für volles Orchester, auf.